270 Karateka beim 1. Lehrgang mit Shihan Ochi im Kyotokan

KALTENKIRCHEN, 09.03.2019 – Mit sensationeller Beteiligung fand am 9. März 2019 der erste Lehrgang mit Shihan Hideo Ochi in Kaltenkirchen statt. Die Ankündigung eines der renommiertesten Karatelehrer der Welt, der mittlerweile 79 Jahre alten Legende, die einst Deutschland zum EM-Titel führte, ließ 270 Aktive und rund 100 Zuschauer ihren Weg in die Sporthalle am Lakweg finden. Teilnehmer aus der gesamten norddeutschen Region - von Flensburg bis Göttingen - ließen sich die Chance nicht entgehen, an einem Lehrgang des Chefausbilders des Deutschen JKA-Karate-Bundes und der JKA World Federation Europe teilzunehmen. Auch das typisch norddeutsche Nieselwetter hinderte niemanden daran, den Weg zum Karate Dojo Kyotokan nach Kaltenkirchen zu finden.

In zwei Gruppen leitete der langjährige Karate-Bundestrainer erst die knapp 100 Teilnehmer der Farbgurte an, danach folgte eine Trainingseinheit mit fast 200 Braun- und Schwarzgurten. Shihan Ochi schaffte es mühelos, den Trainierenden mit einem Programm aus vermeintlich leichten Grundschultechniken, einfachen Katas und Grundformen des Kumite, bereits einiges abzuverlangen. Dabei spielte auch die Stimmung in der Halle eine große Rolle, gibt es doch nur selten die Gelegenheit, mit hunderten hoch motivierten Karateka gleichzeitig auf Augenhöhe zu trainieren.

Nach den ersten drei Stunden Training gab es dann auch zwischen dem norddeutschen Nieselwetter außerhalb und der schweißgetränkten Luft innerhalb der Sporthalle kaum noch Unterschiede, so dass die einstündige Pause für alle Beteiligten sehr gelegen kam.

Die Pause fiel für den eingeladenen Träger des 9. Dan allerdings deutlich kürzer aus, da er zunächst geduldig ein Autogramm nach dem anderen gab, für Fotos zur Verfügung stand und auf Wunsch auch verschiedene Dinge wie Eintrittskarten, Flyer und Karategürtel signierte. Später fanden er, eine Tasse Kaffee und ein Stück Apfelkuchen dann allerdings doch noch zusammen, so dass es nach einer leichten Stärkung in die Verlängerung gehen konnte.

Der 1940 in Japan geborene Ausnahmekarateka kam 1970 nach Deutschland und steht seit vielen Jahren an der Spitze des JKA-Verbände in Deutschland und Europa. In seiner aktiven Wettkampfzeit war er 1966 und 1967 Weltmeister der Japan Karate Association in Kumite und in Kata. Er ist auch einer der wenigen, der den Titel Grand Champion trägt - diesen bekommt ein Kämpfer nur verliehen, wenn er mindestens dreimal in einer der beiden Disziplinen den ersten und in der anderen mindestens den dritten Platz erreicht hat. Und auch heute noch sieht man dem charismatischen Mann, der seit 1973 mit seiner Ehefrau Tomie in Bottrop lebt, auf den ersten Blick an, dass viel mehr in ihm steckt als 1,65 Meter vermuten lassen. Den entschlossenen Blick, mit dem man ihn als zwanzigjährigen Wettkämpfer auf Fotos sieht, hat er auch heute noch - etwa wenn er mit den erfahrenen Schwarzgurten schimpft, die im Training weniger als 100 Prozent geben. Aber da ist auch dieses verschmitzte Lächeln oder schelmische Kichern, wenn er durch die Trainingsreihen der Kinder geht und den aufgeregten Kleinen in aller Geduld den Unterschied zwischen links und rechts erklärt. Diese Mischung aus Herzlichkeit, Entschlossenheit und 65 Jahren Karatetraining macht aus Hideo Ochi eine einzigartige Persönlichkeit, die das traditionelle Karate in Deutschland und weit darüber hinaus geprägt hat.

"Wir freuen uns sehr, dass Shihan Ochi unserer Einladung gefolgt ist und von nun an jährlich Kaltenkirchen einen Besuch abstatten wird" sagte Dojoleiter Alexander Trstenjak während der gelungenen Debütveranstaltung und bedankt sich ausdrücklich "bei Shihan Hideo Ochi, bei den insgesamt 270 Teilnehmern sowie bei den zahlreichen Eltern, Freunden und unseren weiteren Helfern aus unserem Dojo, die diese Großveranstaltung mit uns gemeinsam zu einem großartigen Ereignis für alle gemacht haben!"

Ein fester Platz im Terminkalender des Japaners ist dabei eine Rarität, schließlich bereist er das Jahr über ganz Europa, um an fast 50 Wochenenden an ausgewählten Orten Lehrgänge zu leiten.

Das Teilnehmerfeld zeigte sich ebenfalls begeistert von Veranstaltung und Veranstalter und freut sich auf die Fortsetzung im nächsten Jahr.

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